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Wissen,wie das Wetter wird: Schüler des RG - Lambach betreibt eigene Wetterstation

Paul Stöttinger, Schüler der 5. Klasse, war immer schon naturwissenschaftlich interessiert, sein spezielles Interesse am Wetter entstand jedoch eher durch Zufall. Mit ca. 9 Jahren betrieb er bereits eine "Spielzeugwetterstation", an der er nur die Temperatur und die Niederschlagsmenge ablesen konnte. Mit 12 Jahren bekam der Hobbymeteorolge seine erste richtige Funkwetterstation, eine Froggit WH 3500. Diese funkte ihm die Daten schon ins Haus, und so begann er mit der Datenaufzeichnung. Erst schrieb er jeden Tag die Wetterdaten in einer Mappe nieder, bald merkte er jedoch, dass es am Computer um ein Vielfaches schneller geht und problemlos Diagramme und Grafiken erstellt werden können. 

Eigene Wetterwebseite

Mit 13 Jahren schuf Paul Stöttinger mit der Hilfe seines Onkels seine Wetterwebseite www.wetterlambach.at  Seit dem Frühjahr 2016 arbeitet er mit einer neuen Station, einer Froggit HP 1000, die einige Parameter mehr erfassen kann als die alte. Nun konnten die Daten endlich automatisch und aktuell auf seiner Wetterseite präsentiert werden und mussten nicht jeden Tag mühsam in die Seite eingefügt werden. 
Im Winter 2016 trat Paul Stöttinger auch dem Wetterverein Skywarn Austria bei und ist dort bis jetzt jüngstes Mitglied. Vermutlich ist er überhaupt der jüngste Nachwuchsmeteorologe Österreichs. Bei Skywarn Austria lernte er sehr viel über Wetterphänomene, insbesonders über die Entstehung von Gewittern, die Unwettervorhersage und Analyse, so dass er einige Übung im Umgang mit Gewitterlagen hat und diese prognostizieren kann.
Irgendwann wurde Pauls Wunsch nach einer professionellen Wetterstation so groß, dass er sich nach 2 Jahren langen Sparens eine professionelle Davis Vantage Pro 2 Aktiv Plus anschaffte. Zusammen mit der Davis Station betreibt er nun eine selbstgebaute Wetterhütte, die nahezu den offiziellen Normen entspricht. Mithilfe dieser Daten erstellt der junge Meteorologe jeden Tag Prognosen, Unwetterwarnungen und Klimadiagramme, die auf seiner Webseite für jeden frei zugänglich sind.

 

Paul weiß, wie das Wetter wird

Paul Stöttinger ist der wohl jüngste Nachwuchsmeteorologe Österreichs. Der 14-jährige Schüler am Realgymnasium Lambach betreibt eine professionelle Wetterstation und erstellt Wetterprognosen.

Wie viel Grad hat es denn gerade in Lambach?“ Die Begrüßungsfrage der KirchenZeitung beim Treffen mit Paul wird von ihm blitzschnell und haargenau beantwortet: „12,2 Grad, und der Wind kommt übrigens mit 3,2 km/h aus Südwest.“ Was das Wetter betrifft, ist der 14-Jährige mehr als gut informiert. Mit dem Handy kann Paul die Daten seiner Wetterstation permanent abchecken. Die Station steht auf dem Grundstück seines Onkels in der Nähe des Stiftsgymnasiums Lambach, das Paul besucht. Rund 1.400 Euro hat er für die Wetteranlage investiert. Sparsamkeit sowie Geldgeschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag machten es möglich. Stolz erklärt der Schüler die Vorzüge der Station. Die digitale Messung von Temperatur, Niederschlag und Wind nimmt eine auf einem Mast befestigte Station vor. Die Wetterhütte daneben hilft mit analoger Messung, vor allem bei extremer Kälte oder Hitze Ungenauigkeiten zu korrigieren. Wobei die Fehler der Digitalmessungen höchstens im Zehntelgradbereich liegen. Damit erreicht Paul fast die offiziellen Normen.

Die Lage der Station ist ideal, denn sie ist kaum übermäßiger Wärmeabstrahlung aus der Umgebung ausgesetzt. Von der kleinen Anhöhe lässt sich außerdem das Wetter gut beobachten. „Ich kann die 50 wichtigsten Wolkenarten auswendig“, sagt Paul, der in der Schule schon mehrmals Referate über sein Hobby gehalten hat. „Meine Mitschüler fragen mich oft, wie das Wetter wird, besonders vor Schulausflügen.“ Mit Pauls Vorhersagen sind sie an einer guten Adresse: „Am Anfang bin ich noch häufiger danebengelegen. Mittlerweile stimmen meine Prognosen zu 80 Prozent“, sagt Paul, der jüngstes Mitglied im Skywarn Austria ist, einem Verein von Hobbymeteorologen. Nicht zuletzt ermöglicht ihm das den Zugang zum professionellen Flugwetter­radar. Gelernt hat Paul beim Verein außerdem, wie Gewitter entstehen. So kann er sogar ­seine eigenen Wetterwarnungen rausgeben.

Frühes Interesse am Wetter

Bereits mit neun Jahren hatte Paul Stöttinger seine ­erste Spielzeug-Wetterstation. Als das Außen-Thermometer seiner Eltern vor zwei Jahren den Geist aufgab, war das für den Teenager der richtige Startschuss zur Hobby-Meteorologie. „Die Mama hat gesagt, ich soll mich um die Bestellung eines neuen Thermometers kümmern und im Internet recherchieren, was es gibt“, erzählt Paul. Im Endeffekt konnte der junge Lambacher seine Eltern überzeugen, dass die Familie Stöttinger eine richtige Funkwetterstation braucht.

 

Fünf-Tages-Prognosen  

Jeden Tag brütet Paul nach Schule und Hausübung über den Wetterdaten, die von der Wetterstation per Funk in sein Zimmer geschickt werden. Bis zu drei Stunden kann die Arbeit mit den Modellen, Diagrammen und Grafiken dauern. Die Prognosen für Lambach veröffentlicht Paul auf seiner eigenen Wetter-Website, die er mindestens jeden zweiten Tag aktualisiert. Fünf Tage blickt er beim Wetter in die Zukunft. „Längerfristige Prognosen sind nicht seriös“, weiß Paul. Analysen des vergangenen Wetters gehören ebenfalls zur Routine eines Meteorologen. Besonders markant war für Paul der Herbst 2015. „Der war viel zu warm.“ Ob das schon ein Beleg für den Klimawandel ist? „Nein, dafür braucht es einen viel längeren Beobachtungszeitraum in Lambach“, betont Paul. Erst in zehn Jahren wird es genug Datenmaterial geben, um Aussagen zum Klimawandel in Lambach zu machen. Wenn alles nach Plan läuft, wird Paul dann sein Hobby Meteorologie schon zum Beruf gemacht haben.«

Autor/in: Paul Stütz, KirchenZeitung.at

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